Familiengruft

Die letzte Ruhestätte von Erzherzog Franz Ferdinand und Sophie von Hohenberg

Dass der Thronfolger in Artstetten und nicht in der Kapuzinergruft bestattet wurde, lag an seiner morganatischen Trauung; Herzogin Sophie v Hohenberg und den gemeinsamen Kinder war die habsburgische Gruft verschlossen. Erzherzog Franz Ferdinand wollte aber auch im Tod nicht von seiner Frau getrennt sein.

Den direkten Anlass zum Gruftbau gab die Totgeburt eines vierten Kindes im Herbst 1908. Der kleine Sarg wurde vorübergehend in einem Vorraum der Schlosskirche aufgestellt. 1909 erteilte Erzherzog Franz Ferdinand Architekt Ludwig Baumann den Auftrag zur Errichtung der Familiengruft unter dem Vorplatz der Schlosskirche: Visavis einer kleinen Kapelle wurde ein schlichter Raum erbaut, die Särge sollten nach dem Willen Erzherzog Franz Ferdinands einfach am Boden nebeneinander gestellt werden. Zwölf hätten darin Platz.

Bereits kurze Zeit nach der Beisetzung Franz Ferdinands und Sophies am 4. Juli 1914 wurde die Gruft zu einem Wallfahrtsort. Der Vormund der drei Waisen beschloss, der Gruft ein würdigeres Gepräge zu geben. Architekt Baumann entwarf neue, monumentale Sarkophage, die 1917 aus Untersberger Marmor hergestellt wurden. Der kleine Sarg des toten Kindes, der bisher zwischen jenen der Eltern stand, wurde in eine verschlossene Wandnische gestellt.

1955/56 wurde die Gruft nach dem Tod von Fürst Ernst von Hohenberg unter dem Kirchturm und der Schloss-Südterrasse aufwendig erweitert. Heute ruhen hier bereits auch die beiden Söhne des Thronfolgers mit ihren Frauen und drei Enkel Erzherzog Franz Ferdinands.