Die Geschichte

von Schloss Artstetten

Mitte des 13. Jahrhunderts wird der Name Artstetten erstmals urkundlich erwähnt. Sehr bald entstand aus der mittelalterlichen Feste ein Schloss, das kurz hintereinander verschiedene Besitzer hatte, bis es 1823 Kaiser Franz I erwarb.

Erzherzog Carl Ludwig (Bruder von Kaiser Franz Josef) gestaltete ab 1861 das Haus innen wie außen großzügig um.

1889 übergab Erzherzog Carl Ludwig Schloss Artstetten seinem ältesten Sohn, Franz Ferdinand von Österreich-Este., der es nach seinen Vorstellungen umbauen ließ. Seit 1913 präsentiert sich Schloss Artstetten so wie wir es heute kennen:  als architektonisch reizvolle, von sieben charakteristischen Türmen flankierte Anlage.  

Die Hausherren

von Schloss Artstetten

Anita Hohenberg

Um das aus Schloss, Forst- und Landwirtschaft bestehende „Ensemble Artstetten“ als Ganzes zu bewahren, wurde Ende 2003 die Anita Hohenberg-Stiftung gegründet. Bis 2015 oblag die Leitung des Familienunternehmens Anita Hohenberg. Unterstützt wurde sie von ihren Kindern Gaetan de la Poëze d’Harambure (* 1980) im wirtschaftlichen Bereich,  Alix de la Poëze d’Harambure verheiratete Fraye (* 1981) im Marketing, Gabriel de la Poëze d’Harambure (* 1987) Forst und Parkbereich des Betriebs und Raoul de la Poëze d’Harambure (* 1989) im Museum und bei Incentives.

Im Dezember 2015 übernahm Alix de la Poëze d’Harambure-Fraye die Leitung des Familienunternehmens. Unterstützung erhält sie weiterhin sowohl von ihrer Mutter als auch von ihren Brüdern und ihrem Ehemann. 

Das Schloss wird ganzjährig von der Familie bewohnt.

Herzog Franz und Herzogin Elisabeth

Herzog Max vererbte 1962 Artstetten seinem ältesten Sohn Franz. Nach dessen frühem Tod im Jahr 1977 überschrieb seine Witwe, Herzogin Elisabeth von Hohenberg Prinzessin von Luxemburg, die Herrschaft Artstetten ihrer ältesten Tochter, Anita Hohenberg. 

Herzog Maximilian

Nach dem Attentat am 28. Juni 1914 erbte der älteste, damals erst 12jährige Sohn des Thronfolgers, Maximilian, Artstetten. Nach dem Anschluss von 1938 wurden Maximilian und sein Bruder Ernst (beide erklärte und bekannte Gegner des NS-Regimes) unter den ersten Österreichern ins Konzentrationslager Dachau deportiert und Artstetten wurde enteignet. Erst 1949 erfolgte die Rückgabe durch die Republik Österreich.

Nach Ende des 2. Weltkrieges (1945) wählten die Bewohner von Artstetten, mit Zustimmung der sowjetischen Besatzungsmacht, Herzog Max für zweimal fünf Jahre zum Bürgermeister des Ortes.

All seine 6 Söhne (Franz, Georg, Albrecht, Johannes, Peter und Gerhard) wuchsen in Artstetten auf und besuchten hier auch die Schule.

Erzherzog Franz Ferdinand

1889 übergab Erzherzog Carl Ludwig Artstetten seinem ältesten Sohn, Franz Ferdinand von Österreich-Este. Wie die meisten Schlösser, die im Besitz des späteren Thronfolgers waren, wurde auch Artstetten nach seinen Vorstellungen umgebaut und modernisiert. Es wurden nicht nur elektrische Leitungen und ein Lift eingebaut, auch Teile des Schlossparks tragen unverkennbar seine „Handschrift“ – wie der „englische Landschaftsgarten“ auf der Nord-Westseite des Anwesens. Um Teile seiner umfangreichen Sammlungen auch in Artstetten unterbringen zu können, ließ er den s.g. „Neubau“ errichten, in dem sich heute große Teile des Museums befinden.

Durch die Unebenbürtigkeit Gräfin Sophie Choteks war es ihr als Erzherzog Franz Ferdinands Ehefrau und seinen Nachkommen verwehrt, in der Wiener Kapuzinergruft, der traditionellen Grabstätte der Habsburger, beigesetzt zu werden. Da Franz Ferdinand an der Seite seiner Gemahlin bestattet werden wollte, entschied er, für sich und seine Familie eine Gruft unter der Schloss-Kirche bauen zu lassen, die 1910 fertig gestellt wurde. Niemand konnte ahnen, dass Franz Ferdinand und Herzogin Sophie von Hohenberg bereits vier Jahre später hier ihre letzte Ruhestätte finden würden.

Erzherzog Carl Ludwig

30 Jahre später ging das Schloss in den Besitz von Erzherzog Franz Carl (Vater von Kaiser Franz Josef), der es 1861 seinem dritten Sohn, Carl Ludwig, überschrieb. Dieser gestaltete – da er den Spätfrühling und Sommer in Artstetten verbrachte und auch Bürgermeister des Ortes war – das Haus innen wie außen großzügig um: Er ließ u.a. jenes Badezimmer installieren, das im Museum zu sehen ist, für den begeisterte Schwimmer wurden auch der „Pool“ neben dem Badepavillon errichtet (bei der Parkführung zu sehen). Auch die nach geomantischen Richtlinien angelegte Kastanienallee mit den 2 Springbrunnen geht nachweislich auf ihn zurück.

Kaiser Franz I.

1823 erwarb Kaiser Franz I. – auch „Der Blumen-Kaiser“ genannt und Schwiegervater von Napoleon – Schloss Artstetten als eines unter vielen in der Region. Im Umkreis von 20 km besaß er 14 weitere Schlösser wie Persenbeug, Leiben, Pöggstall, Luberegg. Anhand von Plänen ist klar ersichtlich, dass der Schlosspark westlich des des Schlosses, rund um  den 8eckigen Pavillon vorrangig als „Gemüse- und Grasgärten“ benützt wurde.